Die Nachrichten machen die Runde – kleine tibetanische Demonstrationen werden von der chinesischen Polizei/Armee brutal niedergeschlagen. Nachrichten oder genaue Angaben sind kaum verfügbar – Tibet ist von der Außenwelt quasi abgeschnitten.
Soweit zum Stand der Dinge – für mich umso enttäuschender, dass diese Sache meine Hoffnungen in China pulverisiert haben. Irgendwo sah ich doch einen kleinen Fortschritt – Zensur? geht zurück. Menschenrechtsverletzungen? Werden entweder besser vertuscht oder werden doch rarer. Tibet? Nun ja – hier die Enttäuschung. Der Jahrestag der versuchten Revolution vor 49 Jahren wird von den Tibetanern immer wieder zum Anlass genommen, die eigene Unabhängigkeit (oder zumindest ein Stück weit Autonomie von Peking) einzufordern. Die chinesische Regierung greift aber immer noch zu altbewährten Mitteln, nämlich die Demonstrationen mit militärischer Brutalität und Übermacht zu zerschlagen, politisch unangenehme zu verhaften und zu foltern und die ganze Geschichte in China auch noch propagandamäßig auszuschlachten, indem der Dalai Lama angeschwärzt wird.
Man muss jetzt nicht annehmen, dass meine Informationen umfangreicher sind als die jedes europäischen Nachrichtensehers – dennoch ist die Sache hier noch etwas präsenter als anderswo. Immerhin kommen die meisten Nachrichten und Informationen von Nachrichtensendern in Hong Kong (zb eines der wenigen Videos aus Lhasa: http://edition.cnn.com/2008/WORLD/asiapcf/03/16/tibet.unrest/index.html#cnnSTCVideo).
Kurz gesagt – auch wenn China sich nach außen derzeit als sehr sympathisch darstellen will – vor allem was Themen wie Umweltschutz oder natürlich die omnipräsenten olympischen Spiele angeht – innenpolitisch ist und bleibt Peking wohl noch lange ein brutaler und propagandagetriebener Moloch, der jegliche Vorwürfe von außen und innen eiskalt abschmettert. Anstatt die bescheidenen Forderungen der Tibetaner und des Dalai Lama einzugehen oder sie überhaupt zur Debatte zu stellen (diese Foderungen sind schon lange nicht mehr die Unabhängigkeit Tibets sondern nur eine Gleichbehandlung der Tibetaner mit den Chinesen im eigenen Heimatland Tibet) wird der Dalai Lama einfach dämonisiert und für Propagandazwecke missbraucht.
Ich hoffe nur, dass die Krise bald beendet wird und möglichst wenige Opfer zu beklagen sind.
Einer, der grad nicht sehr stolz ist, in China zu sein.




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