Wanna buy fake?

24 02 2008

Heute gings zum ersten Mal nach China – also ins ‘richtige’ China, dort mit Todesstrafe und Kommunismus – wos nicht so zimperlich zugeht wie in HK. Aber mal langsam – eigentlich gings nur in die Sonderwirtschaftszone Shenzhen – das ist quasi eine Stadt die direkt an Hong Kong angrenzt und mittlerweile schon knappe 8 Millionen Einwohner hat (ich glaub ich bin nicht der einzige der noch nie vorher davon gehört hat). Groß geworden mit Fabriken für Schuhe und T-Shirts hat die Stadt mittlerweile eine eigene Börse (die einzige in Mainland China neben Shanghai) sowie eine Vielzahl von Shopping Centers.

Diese Shopping Centers haben aber eine besondere Eigenheit. Jeder kennt es aus Europa wenn man gefälschte Ware angedreht kriegt – an mobilen Ständen, die ‘Armani’ eher extragünstig anpreisen. In Shenzhen kauft man das in den besagten Shopping Centers – 8 Stockwerke hoch, Maße geschätzt 500×500m gefüllt mit hunderten Shops und tausenden Händlern, die ihre Ware an den Mann bringen wollen. Armani, Louis Vuitton, Boss für Kleidung, Breitling, Rolex, Omega für Uhren, Sony, Apple für Elektronik – alles was eine Marke hat kann hier gekauft werden. Preis? Kommt darauf an – ob man handelt, gut handelt oder sehr gut handelt. Als Anfänger bei der heutigen Shopping Tour hat mich der 50%+ Rabatt auf Dinge schon ziemlich gefreut (da warn die Preise schon richtig gut) – im Nachhinein hab ich mich dann geärgert dass es keine 70%+ waren. Es macht Spaß, ist aber auch anstrengend runterzuhandeln – 5 Minuten handeln für 50 Cent runter – das ist harte schlecht bezahlte Arbeit.

Insgesamt hat sich die Sache aber gelohnt – knappe 80 Euro für Zeug das zu Hause locker 1000 Wert is (zumindest ungefälscht) – großteils isses eh Zeug das ich in 2 Monaten wieder wegschmeiß, aber mich interessiert doch was die Lebenserwartung von dem Zeug (von Uhr über Sonnenbrille bis T-Shirts) so ist.

PS: den 128 GB USB Stick hab ich mir schlussendlich doch nicht gekauft – klingt doch ein bissl blöd wenn das so beworben wird – und wenn man dafür keine 30€ blecht. Etwas in der Art hab ich schon vermutet: klick mich





Wahlen

20 02 2008

Wie Wahlen? Ich dachte Hong Kong und China und so – die hams doch nicht so mit den Wahlen?

Dacht ich auch – aber wählen ist hier doch nicht so verpöhnt wie so mancher glauben möchte. Zur Beruhigung – es handelt sich nur um Uniinterne Wahlen – und zwar wählen alle Studenten ihre Vertreter. Um das Ganze zu erklären: Jede Hall (Wohngebäude), jeder Studienzweig (davon gibt es viele) und natürlich jede Society (jeder Club – und davon gibt es sehr viele) wählt seine gewünschten Vertreter. Das bedeutet so viel wie: die ‘Magic Society’ (so viel wie der Zauberclub), die ‘Accounting Studens Association’ (so viel wie der Finanzstudienzweig) sowie alles und jeder wählt – und da jede Association ein ca. 15-köpfiges Gremium wählt ist auch (zumindest kommt es mir so vor) so gut wie jeder aufgestellt.

Für uns heißt das – seit 2 Wochen ist an der Uni die Hölle los. Während der nächsten 2 Wochen sind alle wichtigen Wahlen für das kommende Jahr – was soviel heißt – jede Society will am Campus möglichst lautstark und optisch erkennbar vertreten sein – das Atrium ist seit Wochen gefüllt mit selbstgebastelten (sehr hübsch verzierten) Papphütten, mit Bannern und Transparenten und natürlich mit kreischenden und stampfenden Studenten. Jeder macht seine Parolen kund (we are the nominated Cabinet of [insert random association here]) und verschenkt Tonnen an gesponsertem, teilweise sogar nütlichem Werbematerial.

Kurzum – Wahlen hier sind außergewöhnlich und machen die heimische Politikverdrossenheit vergessen – FPÖ Kugelschreiber ade – willkommen selbstgebastelte Valentinstagrosen und Chicken Wing Parties. Bisher hab ich leider immer wieder meine Kamera vergessen – aber demnächst wird es definitiv sehenswerte Fotos von ‘Wahlen in China’ geben.

(Wahlen in China – das sollte doch reichen, um meinen Blog für Mainland China zu indizieren?)





Macau

18 02 2008

Samstag stand ein kurzer Trip ans andere Ende der Bucht an. Eine Stunde mit der Speedboat Fähre übers Meer – und schon legt man im ex-portugiesischen Pendant zu Hong Kong an. Auch bekannt als ‘Asian Las Vegas’ beherbergt Macau eine große Zahl an Hotels und Casinos und legt in diesem Business sehr stark zu.

Nebenbei hat Macau auch ein wenig an Sightseeing zu bieten – unter anderem die Macau Festung bestückt mit Kanonen, Burgmauern – und natürlich den obligatorischen Souvenierläden. Außerdem spiegelt sich in Macau die südeuropäische Kultur stark wieder – zum einen im Baustil – zum anderen in den Restaurants in der ganzen Stadt. Für uns bedeutete das: eine Stunde Fußmarsch durch die halbe Stadt in ein hervorragendes portugiesisches (sagt der Reiseführer). Und in der Tat war es ein wirklich köstliches Essen – wobei ich nicht weiß ob das Essen wirklich so hervorragend war oder ob es doch nur das erste europäisch gewürzte Essen an sich war. Die Stunde Fußmarsch hat sich jedenfalls gelohnt.

Wer nach Macau geht muss auch gambeln – stilgerecht im größten, besten, protzigsten und teuersten Casino der Welt.
‘The Venetian Macao’ (http://en.wikipedia.org/wiki/The_Venetian_Macao – leider kein deutscher Eintrag vorhanden) – ein 2,4 Milliarden US Dollar teurer Prunkbau, der so ziemlich alles bietet was das Herz begehrt. Von den nachgebauten Kanälen mit 24 Stunden Tageslicht pro Tag (ein täuschend echt nachgemachter Himmel), Luxussuiten, Stars und Sternchen die Regelmäßig auftreten und natürlich Glücksspielgeländer soweit das Auge reicht.

Meine verlorenen 20 Euro waren das Erlebnis auf jeden Fall wert. Bilder folgen sobald mir mein Flickr Passwort wieder einfällt…

Der Bungee Jump von Macau Fernsehturm ging sich nicht mehr aus (über 300m hoch – die höchste Bunjee Jump Destination der Welt) – aber es war ja nicht das letzte mal in Macau…





Vom Winde verweht…

16 02 2008

…wurde unser geplanter Kurztrip auf die Philippinen. Nach Nachfrage auf der Insel (in einem Hotel das einem Deutschen gehört) haben wir erfahrn, dass die Insel am Donnerstag von einem Taifun leicht verwüstet wurde und fürs Wochenende schon der nächste angesagt war. Da hilft kein hoffen und bangen sondern nur der Griff zum Telefon – bei der netten, philippinischen (und unglaublich schwer zu verstehenden) Callcenter Mitarbeiterin den Flug canceln. Ich hoffe unser Geld für den Flug kommt tatsächlich in 45-60 Werktagen (sprich ca. 3 Monaten) wieder am Konto an…

Immerhin – hier wird das Wetter etwas besser – heute wieder Sonne gesehen (ich hätte nicht gedacht, jeden Sonnenstrahl hier erwähnen zu müssen – aber es ist tatsächlich erwähnenswert).

Um das Wochenende nicht komplett zu verschwenden ging es heute erst einmal richtig gut indisch essen – von heute an ist indisch mein favourite asian food. Wobei jedoch zu erwähnen sei – auch wenn man ‘bitte nicht sehr scharf’ bestellt kriegt man Gerichte die einem immer noch den Rachen durchpusten. ‘Bitte sehr scharf’ mag ich mir dabei gar nicht vorstellen – trotzdem war das Essen heute ein absolutes Highlight.

Morgen gehts dann ab ins ‘Las Vegas Asiens’ – nach Macau um ein paar Runden Black Jack zu zocken und den Casinos ein bisserl Kohle dortzulassen (was ich nicht hoffe) – Macau soll auf jeden Fall einen Trip wert sein – immerhin soll das ‘Venetian’ Macaus noch imposanter sein als der Nachbau Venedigs in Las Vegas. Dafür hoff ich doch das Beste – wünscht mir Glück beim Zocken.

PS: Meinen persönlichen Geburtstagsrausch hab ich gut überstanden – unser Zimmer leider nicht ganz… Aber das ham wir dann auch wieder in Ordnung gebracht :P





Johannes – may you rest in peace

14 02 2008

Ein guter Freund und ehemaliger Klassenkollege von mir – Johannes – hat sich entschlossen am 11. Februar frühzeitig aus dem Leben zu scheiden. Einer der freundlichsten, fröhlichsten Menschen die ich kannte – viele Freunde, eine tolle Familie, eine liebe Freundin, ein erfolgreiches Studium – umso schwerer ist es, es zu verstehen. Ich bin geschockt und traurig darüber, einen so lieben Menschen verloren zu haben.

Ich möchte seiner Familie, insbesondere seinen Eltern und seinem Bruder, seiner Freundin, seinen Freunden und allen die ihn kannten mein aufrichtiges Beileid aussprechen.

Johannes – mögest du in Frieden ruhen





Sold out: Heaters

11 02 2008

Der relativ kalte Winter (für den Breitengrad auf dem ich mich gerade befinde) kombiniert mit der Tatsache, dass es keine (oder kaum) Heizungen gibt, haben Heizstrahler und elektrische Heizkörper drastisch verknappt – man kann fast von einer akuten Heiznot sprechen. Meine heutige Suche in verschiedenen Elektroshops war erfolglos – Kommentar: ‘I’m sorry – sold out’. Eigentlich wars ja nicht für mich (wir haben schon seit Wochen einen), trotzdem hätt ich einen mitnehmen sollen – ist mir nicht gelungen. Dafür gibts Air Conditioner, Ventilatoren und Kühlgeräte jetzt im sensationellen Sonderangebot…

Der trüben Nebelsuppe, die uns seit Wochen vor den Augen häng, wird aber vorerst goodbye gesagt – das Wetter wird besser? – nein, viel besser – 4 Taga Malapascua (Philippinen) sind angesagt – endlich 30 Grad, endlich Sonne, endlich Strand. Ein Katzensprung von HK entfernt und trotzdem eine fast tropische Paradiesinsel – möge der Wettergott diesmal mit uns sein und uns von Tropenstürmen verschonen.

Die Google Suche spuckt bei der Suche nach Malapascua folgendes aus: http://images.google.com/images?um=1&hl=de&sa=X&oi=spell&resnum=0&ct=result&cd=1&q=malapascua&spell=1 

Leider fällt mein Geburtstag noch nicht in die Inselreise – sondern wird hier im kalten HK gefeiert – in der good old Unibar mit allen Studenten die sich auftreiben lassen. Mir solls Recht sein – die Reise ist dann ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk – von mir an mich :D.





Chinese New Year Part II – Feuerwerk

9 02 2008

Gestern war es dann soweit – Feuerwerk – der wohl einzige Grund, warum uns ignoranten Westlern hier das chinesische Neujahr nicht komplett hinten rum vorbei geht… Naja, ganz so schlimm ist es auch wieder nicht – immerhin gibt es da noch den berühmten Neujahrsmarkt (der doch a bisserl enttäuschend war), die Neujahrsparade (auf der ich nicht war – die aber anscheinend auch enttäuschend war), das ganze religiöse Zeug (mit dem ich hier nichts am Hut hab) – also gut, es läuft doch wieder auf das Feuerwerk hinaus.

Pünktlich wie immer kamen wir 20 Minuten vor Beginn an – soll heißen – wir waren so gut wie die Letzten. Auch freundliches urgieren bei den Uniformierten rund um die Polizeisperren half nix – also einreihen hinter ca. 100000 anderen. Schlussendlich waren wir dann doch eher mittendrin – hinter uns waren nämlich doch auch noch 100000 andere. Mitten im Häuserblock, dachten wir zuerst – das wird nix mit Feuerwerk schaun – war aber dann doch gar nicht so schlecht. Bessere Sicht = 2 Stunden früher da sein – das lohnt doch nicht.

Schlussendlich ein sehr imposantes Feuerwerk - das Beste das ich bisher live gesehen hab (wobei mein Erfahrungsschatz diesbezüglich nicht sehr reichhaltig ist) – das Finale war beeindruckend.

Schließlich noch mein Respekt an die MTR Corporation – die knappe halbe Million Menschen, die sich versammelt hatten, wurde doch recht zügig wieder weggekarrt. Aber es lässt sich wohl kaum vergleichen mit europäischen Verhältnissen. Hier marschiert die Menge ganz einfach friedlich weg, wartet geduldig vor der U-Bahn oder schlendert in die nächste Bar/das nächste Restaurant. Keine Toten, kaum Verletzte, wenig Alkoholleichen, Schlägereien wärn mir auch eher nicht aufgefallen – alles in allem in etwa so brutal wie ein sonntäglicher Kirchenbesuch – die asiatische Mentalität ist da wohl etwas friedfertiger.

Um euch an meinen Eindrücken teilhaben zu lassen, hier ein kleines, mal eben zusammengestöpseltes Video. Für die etwas wackelige Kameraführung muss ich entschuldigen – die besten 3 Minuten warn just die letzten – genau dann wo mir nach 15 Minuten filmen schon fast der Arm abfiel. Ab 1:10 ca. wirds etwas spektakulärer.

Zum Inhalt:
Thema war diesmal natürlich das beginnende Jahr der Ratte, musikalisch untermalt durch verschiedene chinesische und klassische Musikstücke (die ich dreist einfach mal ersetzt hab – bzw. die wir ohnehin nicht gehört haben) – außerdem die in genau 6 Monaten beginnenden Olympischen Spiele in Beijing – nicht nur in Mainland China auch hier in HK ein ganz großes Ding.

Musik: Jose Gonzalez – Heartbeats





Octopussy

8 02 2008

Ein kleiner Bericht über eine der bedeutendsten Firmen für Hong Kong selbst – ‘ohne sie geht nix mehr’ trifft wohl kaum wo stärker zu als auf die MTR Corporation in Hong Kong. Sozusagen das Pendant zu den ‘Wiener Linien’ hier drüben. Nur dass die Leute hier auch wissen was sie tun. Der Titel des Posts (Octopussy) ist übrigens an die Octopus Card (ursprünglich eine etwas umfangreichere U-Bahn Jahreskarte – mittlerweile kann man damit fast überall in Hong Kong sehr bequem bezahlen) angelehnt.

Manche fragen sich, warum ich jetzt überhaupt über das Unternehmen, das hier die U-Bahnen betreibt, schreibe. Nun ja, zuerst einmal hat mich ein weiterer orf.at Artikel dazu inspiriert – darum geht es um den, mit dem Länderspiel gegen Deutschland verbundenen ‘Fanansturm’ – und zwar ging es darum ca. 48000 Menschen aus der Wiener Innenstadt ins Happelstadion zu bringen – nachzulesen hier: http://wien.orf.at/stories/255104/ – das Ganze war, wie gewohnt, nicht sonderlich erfolgreich – aber natürlich haben die Verantwortlichen der Wiener Linien passende Argumente für das suboptimale Funktionieren der öffentlichen Verkehrssysteme – Zitat: ‘Wir können nicht beamen‘. Wer Star Trek kennt, weiß, dass beamen die einzige Möglichkeit ist, 48000 Menschen in einem halbwegs erträglichen Zeitrahmen von A nach B zu bringen.

Der ‘Challenge’, 48000 Menschen von A nach B zu bringen müssen sich die Mitarbeiter der MTR Corporation nur selten stellen – meist erst kurz nach Mitternacht, kurz vor Dienstschluss, wenn die U-Bahnen fast leer sind, die meisten schon in ihren Bettchen liegen. Ansonsten gilt es eher, während der Prime Time zwischen 7 und 8 Uhr Morgens, ca. 1 Million Menschen durch HK zu kutschieren – davon geschätzte 300000 von Mong Kok nach Central – selbiges wiederholt sich am späten Nachmittag – nur in die andere Richtung. Es funktioniert – glaub ich zumindest – andernfalls würden keine 4,5 Millionen Menschen täglich mit der U-Bahn fahrn.

Eines jedoch haben die Bewohner Hong Kongs mit den Wienern gemeinsam – den Ärger über die Gebührenpolitik. So mussten die Hong Konger vor kurzem entsetzt feststellen, dass bereits die nächste Gebührensenkung (die fadenscheinige Begründung des Managements: der Service wird schneller und effizienter – das wollen wir an die Kunden weitergeben) angekündigt wurde. Der Ärger darüber, im besten, saubersten, schnellsten, effizientesten und übersichtlichtlichsten U-Bahn-System der Welt transportiert zu werden und dafür auch noch am Wenigsten zu bezahlen, ist wohl für jeden Kenner des öffentlichen Verkehrssystems in Wien ein sehr nachvollziehbarer Gedanke. Nur ärgert man sich dort über die Gebührenerhöhungen im Zuge einer laufenden Verschlechterung der Leistung…

Meine Phobie vor U-Bahn Haltegriffen (an denen man in Wien fast festklebt) hat sich hier jedenfalls halbwegs gelegt.

Schlusszitat: ‘MTR: Putting other subways to shame‘ (aus einer relativ großen Facebook Group)

Impressionen zur MTR:
http://flickr.com/photos/tags/mtr/clusters/hongkong-subway-hk/
Website:
http://www.mtr.com.hk/





Chinese New Year Part I

6 02 2008

– so der chinesische Name des chinesischen Neujahrs (auch als Lunar New Year bekannt).

In Hong Kong bedeutet das, dass die letzten beiden Tage des Jahres mit einkaufen gefüllt sind. Die U-Bahn fährt die ganze Nacht, die riesigen eve markets sind bis 6 Uhr morgens geöffnet und verkaufen alles, was man für das neue Jahr braucht (und jede Menge Ramsch wie DVDs, T-Shirts, Uhren etc.).  Der eigentliche Jahreswechsel wird hier kaum zelebriert sondern geht im Trubel der Märkte fast unter.

Zum traditionellen chinesischen Neujahr – für Chinesen ist das Neujahrsfest das wichtigste Fest im Jahr. Vom Ablauf lässt es sich am ehesten mit unserem Weihnachtsfest vergleichen. Es werden Geschenke verteilt, am ersten Tag des neuen Jahrs besucht man seine ältesten Verwandten (Eltern, Großeltern und Urgroßeltern). Am zweiten Tag besuchen verheiratete Frauen ihre Eltern. Der dritte Tag ist so etwas wie Allerheiligen – man besucht die Gräber der Verstorbenen und betet für sie. Zwischendurch stehen Besuche im Tempel an (viele Buddhisten sind ähnliche ‘Feiertagsbuddhisten’ wie viele Christen ‘Feiertagschristen’ sind und an einigen Feiertagen im Jahr die Kirche besuchen).

Insgesamt dauern die Feierlichkeiten 15 Tage an – für die meisten geht der Alltag aber nach dem 4. Tag bereits wieder los. Die Erzählungen von Mainland Chinesen erinnern mich aber doch sehr stark an unser Weihnachtsfest. Der jährliche Kirchenbesuch, das besuchen aller Verwandten (so gut es geht), das traditionell ungesunde Essen zu Feiertagen – ich denke was Feierlichkeiten angeht, sind wir den Chinesen doch sehr ähnlich.

Für mich persönlich ist der eve market eher enttäuschend – sehr voll zwar, zu kaufen gibt es aber nur das übliche. In Hong Kong erreichen die Feierlichkeiten ihren Höhepunkt am Freitag, wenn ein gigantisches Feuerwerk über dem Victoria Harbor gezündet wird. Spätestens danach folgt Chinese New Year Part II – mit Berichten wies dann doch abgelaufen ist.





Klima

6 02 2008

Selbst im Winter kaum unter 15 Grad – kein Regen in den Wintermonaten. Vielfach sind auch in den Wintermonaten Temperaturen von 20-25 Grad möglich. Was will man auch anderes erwarten von Hong Kong (liegt etwa auf der Höhe von Hawaii). So werden wohl ahnungslose Touristen angelockt. So auch wir.

Das Wetter heute: 10-13 Grad, Nebel, teilweise Regen. Das it aber nicht die Ausnahme – sondern das Wetter der letzten 2 Wochen. Immer wenn ich mich übers Wetter beschwere, bekomm ich gesagt ‘Als Österreicher bist die Kälte eh gewöhnt’. Dem sei dieser Bericht über das Frühlingshafte Wetter in Österreich entgegenzuhalten: http://salzburg.orf.at/stories/254709/ – Der harte tropische Winter in Hong Kong lässt die ‘frostigen’ Wintermonate in der Heimat sogar schon hinter sich. Ein weiteres sei noch erwähnt – in Hong Kong gibt es keine Heizungen – wozu auch? Immerhin hat es hier ja eh kaum unter 20 Grad…

Die Ventilatoren und Klimaanlagen in jedem Raum sind dazu nur ein schwacher Trost – die einzige Alternative sind Heizstrahler (erleben hier wohl den größten Boom seit Jahren). Schlussendlich ist das Wetter hier derzeit alles andere als Urlaubstauglich – man kann nur hoffen, dass das baldige chinesische Neujahr dem grauen Alltag etwas Besserung beschert.

So, der Ärger ist von der Seele geschrieben – ich hoffe in 2 Wochen kann ich von den angenehmen 23 Grad bei strahlendem Sonnenschein berichten – man darf ja noch träumen.